„Bildung – eine Frage des Geldes“

Schüleraustausch zwischen dem Gymnasium Lappersdorf und der One World Secondary School Kilimanjaro in Tansania

In diesem Schuljahr stand der Schüleraustausch zwischen dem Gymnasium Lappersdorf und unserer Partnerschule, der One World Secondary School Kilimanjaro in Tansania, der vom 05.-23.07.2025 stattfand, ganz im Zeichen eines zentralen und zugleich herausfordernden Themas: „Bildung – eine Frage des Geldes?“

Gemeinsam gingen die Jugendlichen beider Schulen der Frage nach, wie eng Armut und Bildung miteinander verknüpft sind – und welche Chancen oder auch Grenzen sich daraus ergeben. Dabei wurde das Thema nicht nur theoretisch erarbeitet, sondern ganzheitlich und praxisnah erlebt.

Den Auftakt des Austauschs bildete ein gemeinsames Kennenlernen in München. Dort wurde nicht nur die Großstadt erkundet, sondern vor allem viel gelacht, geredet und Freundschaften geschlossen. Schnell war spürbar: Die Verbindung zwischen den Jugendlichen aus Tansania und Deutschland geht über kulturelle Unterschiede hinaus und ist geprägt von Offenheit, Neugier und echtem Interesse.

Zurück in Lappersdorf tauchten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam tiefer in das Projektthema ein. In kreativen Workshops setzten sie sich mit den Auswirkungen von Armut auf Bildungschancen auseinander und entwickelten dabei unter anderem einen gemeinsamen Song. Auch in einem Kunstworkshop wurde ein bleibendes Symbol für die Partnerschaft und das gemeinsame Engagement geschaffen.

Darüber hinaus besuchten die Jugendlichen verschiedene externe Institutionen, die wertvolle Einblicke in unterschiedliche Lebensrealitäten in Deutschland ermöglichten. Bei der Lebenshilfe e.V. in Lappersdorf erfuhren sie, wie Menschen mit geistiger Behinderung gefördert werden und Zugang zu Bildung und Arbeit erhalten. Der Verein Strohhalm e.V. zeigte eindrücklich, wie Unterstützung für obdachlose und hilfsbedürftige Menschen organisiert wird. Im Thomas-Wiser-Haus in Regenstauf lernten die Jugendlichen mehr über die Lebenssituation junger Menschen, die ohne ihre Familien aufwachsen.

Diese Erfahrungen wurden schließlich gemeinsam reflektiert, mit den Verhältnissen in Tansania verglichen und kritisch hinterfragt. Wie unterschiedlich sind die Bildungssysteme? Wie stark bestimmt der ökonomische Hintergrund die Bildungsbiografie? Und wie kann Chancengleichheit weltweit besser verwirklicht werden?

Am Ende des Austauschs stand nicht nur ein tieferes Verständnis für globale Unterschiede und Herausforderungen, sondern vor allem auch das gemeinsame Erleben, dass gegenseitiger Respekt, Kreativität und Engagement Brücken bauen – über Kontinente hinweg.

Der Austausch war ein voller Erfolg, nicht zuletzt, weil er weit mehr war als ein Schulprojekt. Er war ein gelebtes Stück Weltbürgerschaft – mit nachhaltiger Wirkung für alle Beteiligten.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Gastfamilien, die die tansanischen Jugendlichen für mehr als zwei Wochen bei sich zu Hause beherbergten sowie bei ENGAGEMENT GLOBAL, dem Forum Internationaler Jugendaustausch Regensburg (FIJR) sowie PROBONO, dank deren Unterstützung diese Begegnung erst ermöglicht werden konnte.

 

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des BMZ , FORUM INTERNATIONALER JUGENDAUSTAUSCH REGENSBURG und PROBONO


Partnership 2023 - Friends forever!

Friends forever - das werden wir hoffentlich für immer sein, dies haben wir uns nach der Reise im Juli 2023 zu unserer Partnerschule in Tansania, der One World Secondary School Kilimanjaro, ganz fest vorgenommen. Für viele von uns war es die spannendste Reise unseres Lebens.

Nach einer zweitägigen Anreise sind wir endlich in unserer Partnerschule angekommen und wurden liebevoll begrüßt und direkt in ihre Gemeinschaft aufgenommen.

Wir haben uns alle sehr gefreut, unsere Austauschpartner*innen wiederzusehen. Da unsere Partnerschule ein Internat ist, wurden wir in tansanisch-deutsch gemischten Zimmern untergebracht. Einer der ersten Unterschiede, mit denen wir konfrontiert wurden: Stehtoiletten ohne fließendes Wasser entsprechen nicht den hygienischen Bedingungen, die wir aus Deutschland gewohnt sind. Wir mussten deshalb immer Wassereimer benutzen, um zu spülen oder zu duschen. So wurden wir in eine komplett neue Welt geworfen und das Abenteuer hat begonnen. Vieles war sehr ungewohnt, aber wir haben uns trotzdem sehr wohlgefühlt und uns schnell eingefunden. 

An den ersten Tagen lernten wir uns durch Spiele noch besser kennen. Auch brachten wir uns gegenseitig ein paar Wörter Deutsch bzw. Swuaheli bei. Während dieser Begegnung beschäftigten wir uns mit dem Projektthema „Saubere und nachhaltige Energie für alle!“ Dazu begannen wir ein Religionsgebäude aus Lehmziegeln zu errichten. Diese Bauweise ist durch den Verzicht auf Zement ressourcenschonend und nachhaltig. Leider konnten wir das Haus in der uns zur Verfügung stehenden Zeit nicht fertig stellen. An den Nachmittagen zeichneten wir zu diesem Thema ein großes Bild auf die Außenwand eines Klassenzimmers. Auch der Musikworkshop schrieb einen Song zu dem Thema und vor allem dazu, dass wir zusammen vieles erreichen können. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Energie unternahmen wir aber auch viele Ausflüge. Wir besuchten zum Beispiel den lokalen Markt im Ort Kisangara aber auch den großen Tiermarkt der Massai, einer Bevölkerungsgruppe in Tansania, die meist noch recht traditionell lebt. Mit unseren tansanischen Partner*innen fuhren wir in den nahegelegenen Mkomazi-Nationalpark, in dem wir unsere ersten wilden Tiere und tolle Landschaften bestaunen konnten. Aber auch für viele der tansanischen Schüler*innen war dies der erste Besuch in einem Nationalpark. So konnten wir uns gemeinsam über die Begegnung mit z.B.  Elefanten, Zebras und Giraffen freuen. 

Ein großer Ausflug mit Übernachtung führte uns nach Bagamoyo, an den Indischen Ozean. Dieser Ort war die Hauptstadt der deutschen Kolonie Deutsch Ostafrika und Sklavenumschlagsplatz. Wir beschäftigten uns mit dieser unrühmlichen deutschen Vergangenheit, über die kaum jemand etwas in Deutschland weiß. Besonders schön war aber, dass wir gemeinsam am Strand den Fischern zuschauten, im Indischen Ozean badeten und einfach den Tag genossen. Dieser Ausflug mit den tansanischen Schüler*innen hat die schon bestehenden Freundschaften auf ein neues Level gehoben. 

Diese Erfahrungen werden wir ewig in guter Erinnerung bewahren. Hoffentlich sehen wir uns alle noch einmal wieder. Auf jeden Fall bleiben wir in Kontakt.


Länderkunde

Bericht über die Reise nach Tansania 2016 von Carola Grüninger-Schmitz (pdf)

 

 

 

 

 


Begegnungsreise zur One World Secondary School Kilimanjaro / Tansania vom 03.03.-20.03.2019

Vom 03.03.-20.03.2019 waren zehn Schüler*innen des Gymnasium Lappersdorf in Tansania bei unserer Partnerschule, der One World Secondary School Kilimanjaro. Mit dieser Begegnungsreise konnte die Partnerschaft zwischen der One World Secondary School und dem Gymnasium Lappersdorf weiter gefestigt und vertieft werden. Die gemeinsame Arbeit an dem Projektthema „Vorurteile überwinden – Brücken bauen“ war sehr erfolgreich. Vormittags haben sich die beteiligten Schüler*innen intensiv mit den Ursachen von Vorurteilen auseinandergesetzt, dabei erfahren, dass jeder Vorurteile hat, dass man aber lernen kann, mit Ihnen umzugehen. Dabei haben die Schüler*innen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Deutschland und Tansania herausgefunden. Sie haben erarbeitet, inwiefern Vorurteile in Diskriminierung münden und haben sich mit vier verschiedenen Diskriminierungsformen, dem Sexismus, dem Rassismus, dem Klassismus und dem Adultismus, genauer auseinandergesetzt. Besonders aufschlussreich war die Zusammenarbeit mit der NGO (Non-governmental Organization) AJISO (Action for justice in society), die sich u.a. für die Frauen- und Kinderrechte in Tansania einsetzt. An den Nachmittagen haben die Jugendlichen aus Tansania und Deutschland ihr Wissen aus den Vormittagsworkshops kreativ umgesetzt, indem sie entweder in dem Fotoworkshop eine Fotostory erstellt, im Kunstworkshop die Mauer des neuen Wassertanks künstlerisch  gestaltet oder im Musikworkshop ein Lied geschrieben haben. Auf gemeinsamen Exkursionen in ein Massaidorf und nach Bagamoyo, der ehemaligen Hauptstadt von Deutsch-Ostafrika, konnten die Schüler*innen gemeinsam in die Kultur und Geschichte beider Länder eintauchen, sich richtig gut kennenlernen und gute Freundschaften knüpfen. Sie haben sich füreinander eingesetzt und es ist ein starkes Band entstanden, das hoffentlich noch lange bestehen wird. Die Begegnungsreise hat alle Beteiligten positiv geprägt und alle freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit und hoffentlich auf die nächste Begegnung im Jahr 2020 in Lappersdorf.