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KEKS – Projekttreffen in Lappersdorf

„KEKS – Kann Essen kulturbildend sein?“ – diese Frage stellten wir uns vor einem Jahr im Rahmen des ERASMUS+ Programmes und entschlossen uns dazu, unsere Schülerinnen und Schüler zusammen mit Jugendlichen aus vier anderen europäischen Ländern auf eine Spurensuche zur Europäischen Esskultur zu schicken.
Nach einigen Wochen intensiver Vorbereitung und Planung war es dann am Dienstag dem 15. Oktober 2019 endlich soweit und wir durften unsere Projektpartner aus Polen, Griechenland, Italien und Frankreich in Lappersdorf begrüßen. Die Schüler wurden in Gastfamilien untergebracht, die begleitenden Lehrer bezogen ein Hotel in Regensburg.
Um sich gleich besser kennenzulernen, Berührungsängste abzubauen, Sympathien auszuloten und eine gemeinsame Sprache zu finden (was bei fünf verschiedenen Nationen nicht immer einfach war), trafen sich die Schüler am ersten Abend in der Pizzeria „La Pineta“ in Lappersdorf zu einer Begrüßungsparty, die Lehrer in der Stadt.
Die nächsten beiden Tage standen ganz im Fokus der europäischen Esskultur. Nach der Kick-off Veranstaltung an der Schule, bei der neben den beteiligten Schülern, Eltern, Lehrern und anderen Besuchern auch Landrätin Tanja Schweiger und der Regensburger Kulturreferent Wolfgang Dersch anwesend waren, begannen für die Jugendlichen die Betriebspraktika. In Kleingruppen verbrachten sie nun, ausgestattet mit iPads, zwei intensive Tage in den Betrieben regionaler Erzeuger in und um Regensburg, um deren Arbeiten kennenzulernen und zu dokumentieren. Hier durften die Schüler Brot backen, Gemüse säen und jäten, sie wurden Zeuge, wie aus Früchten Saft werden kann, wie Käse und Fleisch erzeugt und verarbeitet werden, sie durften auf Regionalmärkten und Hofläden helfen und die Arbeit auf Bauernhöfen kennenlernen.

Inspiriert durch all die Eindrücke und Erfahrungen, wurde nun am Freitag an der Dokumentation der Praktika gearbeitet, kleine Filme geschnitten und Fotos bearbeitet, um diese der breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren und unsere regionalen Produkte in den Fokus zu rücken. Um aber unseren europäischen Freunden auch die bayerische Esskultur näher zu bringen, ließen wir den Tag mit einem gemeinsamen Essen in einem typisch bayerischen Wirtshaus in Regensburg ausklingen. Hier bekamen die Schüler ein typisch bayerisches Menu serviert und brachten sich zu späterer Stunde und zur Freude aller, abwechselnd das bayerische Schuhplatteln und den griechischen Sirtaki im Innenhof des Wirtshauses bei.

Am Samstag dann war es soweit und die Abschlussveranstaltung sollte im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais stattfinden. Unter der Leitung von Slow Food Koch Christoph Hauser wurde schon am frühen Morgen aufgebaut, wurden Kochstationen und Sitzgelegenheiten errichtet, eine Saftbar mit allem Nötigen ausgestattet, dekoriert und geschmückt und natürlich eine Multimediastation aufgebaut, an der es möglich war, die von den Schülern produzierten Kurzfilme anzusehen.
Um 10 Uhr begann die Food Messe mit den Produkten unserer regionalen Erzeuger und alle Leute, die den Weg in den Innenhof fanden, waren eingeladen, gegen eine kleine Spende die verschiedenen Gerichte zu probieren. Angeboten wurden unter anderem: pulled pork, grünes Kichererbsencurry, Kürbissuppe, Currywurst, selbstgemachte Fingernudeln, Brote mit verschiedenen Aufstrichen.

Nach einem gemeinsamen Aufräumen ließen wir den Abend im Jungen Theater in Regensburg bei dem Stück „I´m afraid of what you do in the name of your God“ ausklingen.

Nach intensiven Tagen und vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken, stand der Sonntag den Schülern zur freien Verfügung und sie konnten in ihren Familien Ausflüge machen oder einfach gemeinsam Zeit verbringen um sich besser kennenzulernen und im besten Falle engere Freundschaften zu schließen. Auch wir Lehrer trafen uns ein letztes Mal in Regensburg, um die letzten Tage in verschiedenen Sprachen Revue passieren zu lassen und um uns zu verabschieden, da am Montag jede Gruppe wieder zurück in ihre jeweiligen Länder fliegen würde (wobei wir die Griechen ein bisschen beneideten, da diese in den Sommer und 30 Grad zurückfliegen würden).

Für uns war diese Woche, auch wenn es immer wieder kleinere oder größere Hürden zu meistern gab, eine tolle Erfahrung, da es uns möglich war, verschiedene europäische Kulturen näher kennenzulernen, viele verschieden Fremdsprachen zu sprechen oder zumindest aufzufrischen, Regensburger Erzeuger, Höfe und Betriebe kennenzulernen und Menschen kennenzulernen, die uns ans Herz gewachsen sind und die uns in unserer gemeinsamen Zeit sehr oft um Lachen gebracht haben.

Und ja – Essen kann kulturbildend sein – für uns auf alle Fälle!

Wir möchten uns an dieser Stelle noch sehr herzlich bei all denjenigen bedanken, die unser Projekt gelingen haben lassen:

  • die Lappersdorfer Schüler, die so offen und interessiert waren, dieses Projekt mit uns zu beginnen
  • die Schulleitung, die uns bei diesen Projekten noch nie Steine in den Weg gelegt hat und unser Schaffen unterstützt
  • die unterstützenden Lehrkräfte Frau Schaller, Herr Mitlehner, Frau Schmid, Herr Rogl und Herr Schmeiduch
  • die Eltern, die einen oder mehrere Austauschschüler aufgenommen haben, Fahrdienste übernommen haben und uns oft durch ihre positive Rückmeldung bestärkt und motiviert haben
  • Christoph Hauser, der durch seine nette, klare und kompetente Art die Food Messe zu einem Erfolg hat werden lassen

Danken möchten wir aber vor allem allen Betrieben – Bäckerei Landstorfer Sinzing, Bio-Bäckerei Neuhoff, Benhof Lappersdorf, Brauerei Adlersberg, Bäckerei Espach Sinzing, Gemüse Graf Winzer, Kollerhof/ Hofladen Kareth, Küffner Regensburg, Mayerhof Schirndorf, Mirwald Kareth, Nagler Säfte, Imker Weininger -, die sich die Zeit genommen haben, die Schüler hinter die Kulissen blicken zu lassen, die erklärt und angeleitet haben, die die Jugendlichen mit Essen und Getränken versorgt haben, die sich filmen ließen und die so offen und hilfsbereit waren, wie wir es niemals erwartet hätten.
Vielen Dank dafür!

Wir freuen uns auf die nächsten zwei Jahre, in denen wir mit unseren Schülern ähnliche Projekte in Frankreich, Polen, Griechenland und Italien besuchen und uns auch dort immer wieder die Frage stellen werden „KEKS – Kann Essen kulturbildend sein?“

Barbara Reindlmeier             Franz Kufner               Stephan Weißgerber