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Jugend debattiert grenzenlos

Beschreibung

Soll eine andere europäische Sprache als Englisch als erste Fremdsprache an europäischen Schulen unterrichtet werden? Und: Sollten alle Schüler in der EU zu einem Schüleraustausch in ein anderes Land der EU verpflichtet werden? Diese zwei Fragen debattierten jeweils zehn Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Lappersdorf und der Deutschen Schule in Prag am Ende eines ereignisreichen Workshops von Jugend Debattiert Grenzenlos in Lappersdorf. Klar formulierte Pro- und Contrapositionen standen sich ebenso gegenüber wie Sachkenntnis, Ausdrucksfähigkeit, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Das Publikum staunte nicht schlecht über so viel Debattierleidenschaft.

Als wir Ende Juli gefragt wurden, ob wir im Oktober an der Jugendakademie in Tansania teilnehmen wollen, waren wir sofort Feuer und Flamme. Nach der Zusage blieben uns nur noch knapp zwei Monate, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Am 01. Oktober 2015 ging dann unser Flieger von München zum Kilimanjaro Airport, mit zwei Zwischenstopps in Wien und Addis Abeba. Nach gut 24 Stunden Reise sind wir müde und erschöpft an unserer Partnerschule „One World Secondary School Kilimanjaro“ angekommen. Dort erwarteten uns bereits die anderen Teilnehmer, die sich aus Schülern unserer Partnerschule und weiteren Jugendlichen aus verschiedenen deutschen Schulen zusammensetzten. Wir wurden dort sehr freundlich begrüßt und fühlten uns durch die herzliche und hilfsbereite Art der tansanischen Schülerinnen gleich wie zu Hause.

Die folgenden zwei Wochen wurden wir jeden Tag um halb sechs geweckt, haben Wasser zum Waschen geholt und Scones, kleine Hefeteigbrötchen, gefrühstückt. Das Programm der „Youth Academy“ bestand aus zwei unterschiedlichen Komponenten: Vormittags standen Energie, Umwelt und Gesundheitsworkshops auf dem Plan, nachmittags durften wir uns bei Tanz, Graffiti und Theater austoben. So besuchten wir im Rahmen des Gesundheitsworkshops beispielsweise die Krankenstation  von Kisangara und hingen Plakate auf, um die Dorfbewohner über Risiken bei übermäßiger Nutzung von Antibiotika aufzuklären.

Neben den Workshops hatten wir natürlich auch noch viel Zeit, die fremdartige Kultur dieses wunderschönen Landes kennenzulernen. In der heißen Mittagszeit und an den Abenden konnten wir durch die lebhaften Erzählungen der Tansanier in ihre Welt eintauchen, wir tanzten und sangen zusammen und hatten sehr viel Spaß.

Wir hatten außerdem Gelegenheit, Sarah kennenzulernen. Seit letztem Jahr ermöglicht unsere Schule dem 13-jährigen Massai-Mädchen den weiteren Besuch der „One World Secondary School“, da sie sonst aufgrund der finanziell schwierigen Situation der Familie verheiratet worden wäre. Wir konnten sogar ihrem Dorf einen Besuch abstatten. Besonders eindrucksvoll war die herzliche Begrüßung mit Tanz und Gesang durch die Dorfbewohner und der Einblick in die kleinen Lehmhäuser.

Ein besonderes Highlight war der Ausflug in den Serengeti Nationalpark. Die circa 15-stündige Fahrt dorthin hatte sich wirklich gelohnt. Während der halbtägigen Safari konnten wir unter anderem Elefanten, Löwen, Zebras und Flusspferde beobachten, sehr eindrucksvoll war auch die endlose Weite der Steppe.

Nach den zwei Wochen, die wir bei unserer Partnerschule verbringen durften, fiel uns der Abschied sehr schwer und es dauerte lange, bis wir uns wieder an den deutschen Lebensstil gewöhnt hatten. Noch immer erinnern wir uns sehr gern an die wunderschöne Zeit zurück und vermissen unsere neu gewonnen Freunde sehr.

Unser besonderer Dank gilt Frau Heil, die uns begleitet hat und während der zwei Wochen immer für uns da war.

 Anne-Sophie Schwerdtner, Adina Waidhas

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