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Installationen des Additums Kunst Q12 im Schulhaus

Im Halbjahr „Objekt“ 11/2 arbeiteten die sieben Teilnehmer/-innen unseres ersten Kunstadditums der Q12 engagiert an zwei Projekten, die derzeit im Schulhaus zum Nachdenken anregen sollen.

So trifft man in der Aula des Schulhauses auf eine temporäre, kritische Installation zum Thema Konsum und auf einen ungewöhnlichen dreidimensionalen Elefantenkopf an der Wand des Treppenhauses gegenüber der Informatik.

Die Schüler/-innen haben sich bewusst für eine zunächst unkommentierte Präsentation im Schulhaus entschieden, damit sich der Betrachter unvoreingenommen mit ihren Werken auseinandersetzen kann.

Nachdem die Werke nun seit einer guten Woche im Schulhaus ausgestellt sind, kommentieren die Gruppen ihre Arbeiten:

Installation „ELEFANT - JANUSKÖPFIG“

Der zweiteilige Elefant, den wir im Kunst-Additum gestaltet haben, soll den Kontrast der Behandlung durch den Menschen darstellen.

Dabei steht die rechte, goldene Hälfte des Tieres mit Schmuck und Ornamenten für die pompöse, königliche Darstellung des Elefanten im Zirkus. Der gezähmte Elefant wird in der Manege als Vorzeigetier herumgeführt und präsentiert Kunststücke. Dies geschieht in einer großen Aufmachung mit schönem Kopfschmuck. Vom Zuschauer wird diese Darstellung des Wildtieres oft als schön und anmutig empfunden. Die großen Tiere zeigen sich von einer kunstvollen Seite.

Die linke, schwarze Hälfte mit den Wunden und dem Stacheldrahtzaun hingegen soll die Behandlung der gehaltenen Elefanten im Zirkus, in vereinzelten Zoos und in der freien Wildbahn darstellen. Im Zirkus werden sie auf engstem Raum in Zirkuswägen oder in Ketten gehalten, wodurch sie in beiden Fällen keine Bewegungsfreiheit haben, was in keinem Fall artgerecht ist. Hinzu kommt noch der häufige vorstellungsbedingte Ortwechsel mit den damit einhergehenden langen Reisen. Das Aufführen von Kunststücken gehört nicht zur Natur des Elefanten, weshalb die Dressur oft mit Gewalt durchgesetzt werden muss, und bei problematischen Tieren werden oft Elefantenhaken eingesetzt, die einen Widerhaken besitzen und dem Elefanten Verletzungen zufügen. Diese Maßnahmen sind unverantwortlich und daraus resultierende Wunden werden nicht behandelt. Aber auch generelle gesundheitliche Untersuchungen der Tiere erfolgen nur selten.

In der freien Wildbahn werden Elefanten von Wilderern verfolgt und gejagt. Dabei hat man es besonders auf die Stoßzähne aus Elfenbein abgesehen, die zu hohen Preisen weiterverkauft und verarbeitet werden. 

Auf genau diese Problematik mit der prunkvollen Ansicht des Tieres im „Rampenlicht“ und der eigentlichen Behandlung „hinter den Kulissen“ wollen wir mit unserer Elefantendarstellung aufmerksam machen. 

Von Hannah Bockemühl

(für die Gruppe um Hannah Bockemühl , Anna Schmitz und Timo Ulrich)

 

Installation „TATORT DENKEN– KONSUMIERST DU NOCH ODER GENIEßT DU SCHON?“

Die Installation des Kunst-Additums der Q12 beschäftigt sich grundlegend mit dem Thema „Konsum“. Angeregt durch Claes Oldenburgs „The Store“ wollten wir einen eigenen begehbaren Raum schaffen, der sich mit menschlichem Konsum in allen Lagen und Facetten auseinandersetzt. Wir alle leben in einer Gesellschaft, die reichlich und vielfältig konsumiert, oft auf Kosten der Produzenten. Wir werden jeden Tag zum Konsumieren von Produkten aufgefordert, wenn auch indirekt durch vermeintlich unschlagbare Schnäppchen wie z.B. aktuell durch günstige Angebote anlässlich eines „Black Fridays“ oder gewitzte Verkaufsstrategien der Händler in der Vorweihnachtszeit. Unsere Installation lädt den Betrachter ein, einen Moment zu verweilen und sich wenigstens ein paar Minuten mit den Folgen und Auswirkungen des menschlichen Konsums zu beschäftigen, da die Existenz von Missständen, verursacht durch unseren Konsum, oftmals verdrängt oder in unserer Gesellschaft nur wenig thematisiert wird.

Die Kombination von plastischen Objekten, wie modelliertem Obst und Gemüse, veränderten Konsumgütern, zum Beispiel neu beklebten Dosen sowie Text und Bildmaterial soll den Betrachter in das Thema „Konsum“ eintauchen lassen und ihm neue Denkanregungen geben. Die kritische Auseinandersetzung mit Themen wie der Produktion von Pelz oder Fleisch- und Wurstwaren war uns wichtig, auch das Schockieren durch Bilder oder Objekte war von uns beabsichtigt.

Unsere Installation darf übrigens interaktiv verstanden werden:

Der Betrachter wird ermuntert, die ausgestellten Dinge zu aktiv zu „begreifen“ und somit ein Teil des Kunstwerkes zu werden.

Von Anne-Sophie Schwerdtner

(für die Gruppe um Charlotte Dick, Jacqueline Lindner, Marina Schön und Anne-Sophie Schwerdtner)