Fachschaft Sozialkunde

Politik ist die Krönung der Wissenschaften. Alle politischen Geschäfte laufen darauf hinaus, über andere zu regieren.
(Aristoteles)

Leitfach der politischen Bildung

Das Fach Sozialkunde ist als Leitfach der politischen Bildung am Gymnasium Pflichtfach für alle Schüler in den Jahrgangsstufen 10 mit 12. In seinem Zentrum stehen der Mensch als soziales und politisches Wesen (Zoon politikon), die wichtigsten Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, die demokratische Gestaltung der staatlichen Ordnung und die Mitgestaltung der internationalen Politik. Übergeordnete Zielsetzung ist, die Schüler auf der Grundlage des Menschenbildes der Demokratie zu eigenverantwortlichem Handeln, Urteilsfähigkeit und zur Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft zu erziehen.

Der Unterricht vermittelt den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit, gegenwärtiges Geschehen im nationalen wie internationalen Rahmen auf historische Entwicklungen zu beziehen, was durch eine Zusammenarbeit der Fächer Sozialkunde und Geschichte sowie die Korrelation ihrer Lehrplaninhalte befördert wird. Als Orientierungshilfe werden Kategorien zum Verständnis der komplexen Welt der Gegenwart sowie des aktuellen Geschehens erarbeitet. Der rasche Wandel in Staat und Gesellschaft wird im Hinblick auf die grundlegenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewusstgemacht. Dabei wird von einer prinzipiellen Offenheit der Zukunft ausgegangen. Gestaltungsspielräume und alternative Lösungsansätze für die Bewältigung aktueller und künftiger Probleme werden aufgezeigt und erörtert.

Ausbildung zum verantwortungsbereiten Staatsbürger

Das Fach Sozialkunde trägt zum Aufbau eines individuellen Wertesystems bei, das ethische Maßstäbe für die eigene Lebensführung setzt, sich auf Demokratie, Frieden und Freiheit als fundamentale Prinzipien, insbesondere auf die Achtung der Menschenwürde sowie der Menschen- und Bürgerrechte, gründet und die Ablehnung extremistischer Grundhaltungen einschließt. Den Schülern wird durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Welt- und Menschenbildern und mit freiheitsgefährdenden Gegenmodellen zur Demokratie die Notwendigkeit der Wertgebundenheit der Demokratie einsichtig. Beispiele aus der aktuellen Diskussion verdeutlichen das Spannungsverhältnis von Selbstverwirklichung im Rahmen bürgerlicher Freiheiten und Integration in die Gesellschaft. Konfliktfähigkeit und Kompromissbereitschaft werden durch die Einsicht in die Notwendigkeit von Kompromissen und die Lösung von Konflikten nach demokratischen Spielregeln gefördert. Die Thematisierung unterschiedlicher Lebensformen und Vorstellungen sowie der immer wieder zu leistende Perspektivenwechsel tragen entscheidend zur Herausbildung von Empathiefähigkeit und interkultureller Toleranz bei.

Dem Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler kommt in Sozialkunde eine ganz besondere Bedeutung zu. Im Unterricht sollen daher immer wieder Ereignisse und Entwicklungen thematisiert werden, welche die Schüler unmittelbar oder mittelbar betreffen, vom lokalen bzw. regionalen und nationalen Rahmen bis hin zu weltpolitischen Vorgängen.

Die Schülerinnen und Schüler werden auf ihrem Weg zum mündigen, rational handelnden Staatsbürger gefördert. Sie sollen einerseits selbstbewusst eigene Interessen vertreten können, sich andererseits aber auch verantwortungsbewusst, konsensfähig und tolerant zeigen und sich in die Schulgemeinschaft und die Gesellschaft insgesamt integrieren.

Mögliche Exkursionen und Unternehmungen

10. Jahrgangsstufe

  • Lernort Staatsregierung
  • Besuch des Bayerischen Landtages
  • Europa macht Schule

11. Jahrgangsstufe

  • POLIS-Seminar
  • Planspiel (Europäische Akademie Bayern)

Lehrplaninhalte bezogen auf einzelne Jahrgangsstufen

Klasse 10:

  • Grundlagen unserer Verfassungsordnung
  • Mitwirkungsmöglichkeiten in der demokratischen Gesellschaft im Überblick 
  • Grundzüge der politischen Ordnung in Deutschland
  • Fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt mit Geschichte 

Klasse 11

  • Struktur und Wandel der Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland
  • Grundzüge politischer Systeme der Gegenwart 

Klasse 12:

  • Europäische Einigung
  • Frieden und Sicherheit als Aufgabe der internationalen Politik 
  • Herausforderungen für die Politik in einer globalisierten Welt 

www.isb.bayern.de (Lehrpläne/Standards)

Mädchenparlament

Einmal auf dem Sessel von Ministerpräsident Horst Seehofer oder Landtagspräsidentin Barbara Stamm sitzen - das durften Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe, die am 13. April am Mädchenparlament im Bayerischen Landtag teilnahmen. Insgesamt 180 Schülerinnen aus ganz Bayern durften an diesem Tag in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen. Ziel der Aktion ist es, Mädchen für Politik und politische Debatten zu begeistern. Die Schülerinnen haben in Ausschüssen Streitthemen (z.B. "Energy Drinks - Freigabe erst ab 18?") vorbereitet, Anträge formuliert, Reden im Plenarsaal gehalten und darüber abgestimmt. Geleitet wurden die lebhaften Plenardebatten von einem Team um die "Landtagspräsidentin": Diese Rolle wurde auch einmal von Jule Richter (9b) übernommen, die bei den heißen Diskussionen stets einen kühl Kopf bewahrte!